Eigenheimversicherung – einfach erklärt
Aktualisiert: vor 5 Tagen
Ein eigenes Haus ist für viele Menschen ein großer Lebenstraum. Man investiert Geld, Zeit und oft viele Jahre Arbeit, um sich ein Zuhause zu schaffen. Umso wichtiger ist es, darüber nachzudenken, wie dieses Eigentum bei einem Schaden geschützt werden kann.
Denn ein beschädigtes Dach, ein Rohrbruch oder ein Brand können hohe Reparaturkosten verursachen. Die Eigenheimversicherung kann dabei helfen, die finanziellen Folgen bestimmter Schäden abzufangen.
Doch was genau ist versichert? Und worin unterscheidet sich die Eigenheimversicherung von der Haushaltsversicherung?

Was ist eine Eigenheimversicherung?
Die Eigenheimversicherung schützt grundsätzlich das versicherte Gebäude und bestimmte fest damit verbundene Bestandteile.
Dazu gehören beispielsweise:
Wände, Dach und tragende Bauteile
Fenster und fest verbaute Türen
Heizungs-, Wasser- und Elektroinstallationen
Sanitäranlagen und fest verbundene Einbauten
Je nach Vertrag auch Garagen und weitere Nebengebäude
Welche Gebäudeteile und Nebengebäude tatsächlich versichert sind, ergibt sich aus Ihrer Polizze und den Versicherungsbedingungen.
Einfach gesagt:
Die Eigenheimversicherung schützt das Haus selbst – nicht automatisch die beweglichen Gegenstände darin.
Gegen welche Schäden schützt die Eigenheimversicherung?
Eine Eigenheimversicherung bündelt häufig mehrere Versicherungsbausteine. Zu den typischen versicherten Gefahren gehören Feuer, Sturm und Leitungswasser. Der genaue Umfang hängt vom gewählten Tarif ab.
Feuer und Brand
Ein Brand kann das Gebäude schwer beschädigen. Je nach Vertrag können beispielsweise Brandschäden und bestimmte Folgekosten versichert sein.
Sturm und Hagel
Starker Wind kann Dachziegel abdecken, Bäume auf das Haus stürzen lassen oder andere Gebäudeteile beschädigen. Auch Hagelschäden können versichert sein.
Leitungswasser
Wenn Wasser aus einer versicherten Leitung austritt und Wände, Böden oder andere Gebäudeteile beschädigt, kann die Leitungswasserversicherung greifen. Voraussetzung ist, dass die Ursache und der konkrete Schaden vom Vertrag erfasst sind.
Naturgefahren
Bei Hochwasser, Überschwemmung oder Vermurung ist besondere Vorsicht geboten. Solche Schäden sind nicht automatisch oder nicht in ausreichender Höhe versichert. Häufig gelten besondere Höchstgrenzen oder zusätzliche Vereinbarungen.
Eigenheimversicherung oder Haushaltsversicherung – was ist der Unterschied?
Diese beiden Versicherungen werden häufig verwechselt. Sie ergänzen einander, schützen aber unterschiedliche Dinge.
Eigenheimversicherung | Haushaltsversicherung |
Schützt das versicherte Gebäude | Schützt den versicherten Hausrat |
Dach, Wände und fest verbundene Bestandteile | Möbel, Kleidung und Elektrogeräte |
Je nach Vertrag auch Garage und Nebengebäude | Je nach Vertrag auch weitere versicherte Gegenstände |
Kann eine Haus- und Grundbesitzhaftpflicht enthalten | Enthält häufig eine private Haftpflichtversicherung |
Die genaue Zuordnung einzelner Bestandteile kann vom Vertrag abhängen. Bei Eigentumswohnungen wird die Gebäudeversicherung für allgemeine Gebäudeteile häufig über die Eigentümergemeinschaft organisiert.
Ein Beispiel aus dem Alltag
Stellen Sie sich vor, Familie Berger wohnt in einem eigenen Einfamilienhaus. Nach einem starken Sturm wird ein Teil des Daches beschädigt. Regenwasser dringt ein und beschädigt die Decke sowie den Parkettboden.
In diesem Fall können mehrere Schäden entstehen:
Die Reparatur des Daches betrifft das Gebäude.
Die beschädigte Decke und der Boden können ebenfalls Gebäudebestandteile sein.
Werden Möbel oder andere bewegliche Gegenstände beschädigt, kann zusätzlich die Haushaltsversicherung relevant sein.
Ob und in welcher Höhe die Kosten übernommen werden, hängt von den versicherten Gefahren, möglichen Ausschlüssen, Selbstbehalten und vereinbarten Höchstgrenzen ab.
Deshalb ist es wichtig, nicht nur eine Versicherung zu besitzen, sondern auch zu wissen, welche Leistungen tatsächlich vereinbart sind.
Warum ist die richtige Versicherungssumme wichtig?
Ein häufiger Fehler ist, dass die Versicherungssumme nicht mehr zum tatsächlichen Gebäude passt.
Nach einem Umbau, einer Renovierung oder dem Ausbau zusätzlicher Räume kann sich der Wert des Hauses verändern. Werden solche Änderungen nicht berücksichtigt, kann eine Unterversicherung entstehen.
Das bedeutet: Ist die vereinbarte Versicherungssumme niedriger als der maßgebliche Versicherungswert, kann die Versicherungsleistung im Schadenfall unter bestimmten Voraussetzungen gekürzt werden. Ob eine solche Kürzung erfolgt, hängt unter anderem von den Vertragsbedingungen und einer möglichen vereinbarten Unterversicherungsverzichtsklausel ab.
Melden Sie deshalb größere Veränderungen am Gebäude Ihrer Versicherung und lassen Sie prüfen, ob der bestehende Schutz noch passt.
Was viele Hausbesitzer bei Naturgefahren übersehen
Nicht jeder Unwetterschaden ist automatisch vollständig versichert.
Gerade bei Hochwasser, Überschwemmung oder Vermurung können die vereinbarten Versicherungssummen begrenzt sein. Je nach Vertrag, Anbieter und Standort des Hauses unterscheiden sich die Leistungen erheblich.
Prüfen Sie daher besonders:
Sind Naturgefahren wie Hochwasser und Überschwemmung eingeschlossen?
Welche Höchstsumme gilt für diese Schäden?
Sind Garage, Keller und Nebengebäude mitversichert?
Gibt es einen Selbstbehalt?
Sind nachträgliche Umbauten und neue Anlagen berücksichtigt?
Ein genauer Blick in die Polizze kann helfen, mögliche Versicherungslücken rechtzeitig zu erkennen.
Was sollten Sie im Schadenfall tun?
Wenn Ihr Haus beschädigt wurde, sollten Sie möglichst rasch handeln:
Gefahren beseitigen: Sorgen Sie dafür, dass Menschen nicht gefährdet werden und keine weiteren Schäden entstehen.
Schaden dokumentieren: Machen Sie Fotos und notieren Sie, wann und wie der Schaden entdeckt wurde.
Versicherung informieren: Melden Sie den Schaden möglichst rasch und beachten Sie die vereinbarten Fristen.
Weitere Schritte abstimmen: Klären Sie größere Reparaturen möglichst vorab mit der Versicherung, sofern keine sofortigen Notmaßnahmen erforderlich sind.
Unterlagen aufbewahren: Sammeln Sie Kostenvoranschläge, Rechnungen und andere wichtige Dokumente.
Bei akuten Schäden haben notwendige Sicherheits- und Notmaßnahmen Vorrang. Dokumentieren Sie diese, soweit es möglich ist, und informieren Sie anschließend die Versicherung.
Ist eine Eigenheimversicherung verpflichtend?
Eine Eigenheimversicherung ist in Österreich grundsätzlich nicht allgemein gesetzlich vorgeschrieben. Für Hausbesitzer ist sie dennoch häufig sinnvoll, weil das eigene Haus einen erheblichen Vermögenswert darstellt und größere Gebäudeschäden hohe Kosten verursachen können.
Bei einer Finanzierung kann die Bank im Rahmen des Kreditvertrags bestimmte Versicherungsnachweise verlangen. Welche Vorgaben gelten, sollten Sie anhand Ihrer Vertragsunterlagen prüfen.
Fazit: Schützen Sie Ihr Zuhause passend zu Ihrem Bedarf
Die Eigenheimversicherung kann helfen, finanzielle Folgen bestimmter Schäden am Gebäude abzufangen. Entscheidend ist jedoch, dass die versicherten Risiken, die Versicherungssumme und mögliche Zusatzdeckungen zu Ihrem Haus passen.
Besonders wichtig sind eine regelmäßige Überprüfung nach Umbauten und Renovierungen sowie ein genauer Blick auf die Deckung bei Naturgefahren.
Sie möchten wissen, ob Ihr Haus ausreichend versichert ist? Kontaktieren Sie mich gerne für einen kostenlosen und unverbindlichen Polizzen-Check.
Ich unterstütze Sie dabei, Ihre bestehenden Leistungen zu verstehen und mögliche Versicherungslücken zu erkennen.



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