Top unterschätzte Versicherungen in Österreich
- Eszter Mesko
- 23. Sept. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Viele Menschen in Österreich sind versichert – und dennoch oft nicht dort, wo es wirklich wichtig wäre. Manche Versicherungen gelten als selbstverständlich, andere als überflüssig oder „brauche ich eh nicht“. Gerade diese zweite Gruppe entpuppt sich im Ernstfall häufig als jene Absicherung, die am meisten gefehlt hätte. Unterschätzte Versicherungen haben eines gemeinsam: Man merkt ihren Wert meist erst dann, wenn man sie nicht hat.

Eine der am meisten unterschätzten Versicherungen ist die Privathaftpflichtversicherung.
Sie klingt harmlos, fast banal, und wird deshalb oft vernachlässigt. Dabei haftet in Österreich jeder für Schäden, die er anderen zufügt – und zwar unbegrenzt.
Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit reicht aus: Ein umgestoßenes Smartphone, ein beschädigtes Fahrrad, ein Unfall mit einem Kind oder Haustier.
Was im Alltag klein wirkt, kann finanziell schnell große Folgen haben. Die Privathaftpflicht übernimmt genau diese Schäden und gehört damit zu den wichtigsten, aber am häufigsten vergessenen Absicherungen.
Ebenfalls stark unterschätzt wird die Rechtsschutzversicherung. Viele Menschen glauben, sie würden sie nie brauchen oder erst dann abschließen, wenn ein Problem auftaucht. Doch genau dann ist es zu spät. Rechtsstreitigkeiten entstehen oft unerwartet – nach einem Verkehrsunfall, bei Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber, dem Vermieter oder nach einem Kaufvertrag.
In Österreich können Anwalts- und Gerichtskosten schnell mehrere tausend Euro betragen. Der Rechtsschutz sorgt nicht dafür, dass man Recht bekommt, aber dafür, dass man es sich leisten kann, sein Recht durchzusetzen.
Ein weiteres Beispiel ist die Unfallversicherung. Viele verlassen sich ausschließlich auf die gesetzliche Absicherung und gehen davon aus, ausreichend geschützt zu sein. Was oft übersehen wird: Die gesetzliche Unfallversicherung greift in der Regel nur bei Arbeits- und Wegunfällen, nicht jedoch in der Freizeit.
Dabei passieren die meisten Unfälle genau dort – beim Sport, im Haushalt oder auf Reisen. Eine private Unfallversicherung schließt diese Lücke und bietet finanzielle Unterstützung bei dauerhaften Folgen eines Unfalls.
Auch die Haushaltsversicherung wird häufig unterschätzt oder falsch eingeschätzt. Viele glauben, sie sei nur bei Einbruch oder Feuer relevant. Tatsächlich schützt sie das gesamte bewegliche Eigentum – Möbel, Kleidung, Elektrogeräte – und greift auch bei Leitungswasserschäden oder Elementarereignissen. Gerade Mieter unterschätzen oft, dass der Vermieter nicht für den eigenen Besitz haftet. Ohne Haushaltsversicherung bleibt man im Schadensfall auf den Kosten sitzen.
Besonders wenig Beachtung findet die Berufsunfähigkeits- bzw. Erwerbsunfähigkeitsabsicherung. Dabei hängt für die meisten Menschen die gesamte finanzielle Existenz vom eigenen Einkommen ab. Ein Unfall oder eine Krankheit kann dazu führen, dass der Beruf dauerhaft nicht mehr ausgeübt werden kann.
Die staatlichen Leistungen reichen in solchen Fällen oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Trotzdem wird dieses Risiko gerne verdrängt – vielleicht, weil es unangenehm ist, sich damit auseinanderzusetzen.
Im Vergleich zu Ungarn zeigt sich, dass viele dieser Versicherungen dort noch weniger verbreitet sind oder geringere Leistungen bieten. Österreich verfügt zwar über ein starkes Sozialsystem, doch dieses ersetzt nicht den individuellen Schutz.
Gerade die Kombination aus staatlicher Absicherung und gezielten privaten Versicherungen sorgt für echte finanzielle Sicherheit.
Am Ende wird klar:
Unterschätzte Versicherungen sind nicht unnötig – sie sind oft die stillen Schutzengel im Hintergrund. Sie machen sich nicht bemerkbar, solange alles gut läuft. Doch wenn etwas passiert, entscheiden sie darüber, ob ein Problem nur ärgerlich ist oder zur echten Belastung wird.
Wer Versicherungen nicht nach Gewohnheit, sondern nach realen Risiken auswählt, ist langfristig besser geschützt – und genau darum geht es in der Versicherungswelt.









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