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Berufsunfähigkeit – reicht die Unterstützung vom Staat?

20. Okt. 2025
5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 4. Okt.

Viele Menschen denken:

„Wenn ich irgendwann nicht mehr arbeiten kann, hilft mir der Staat.“


Das stimmt grundsätzlich. Österreich bietet verschiedene Formen der sozialen Absicherung, wenn Menschen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr oder nicht mehr in vollem Umfang arbeiten können.


Aber eine andere Frage wird dabei oft vergessen:

Reicht die staatliche Unterstützung tatsächlich aus, um den bisherigen Lebensstandard zu finanzieren?


Genau hier kann eine private Berufsunfähigkeitsversicherung interessant werden.




Das Einkommen ist oft die wichtigste Absicherung


Wenn Sie arbeiten, kommt jeden Monat Ihr Einkommen auf Ihr Konto.


Damit bezahlen Sie nicht nur die täglichen Ausgaben. Ihr Einkommen finanziert häufig Ihr gesamtes Leben:

  • Miete oder Kredit

  • Lebensmittel

  • Strom und Heizung

  • Auto und Mobilität

  • Versicherungen

  • Kinder und Familie

  • Freizeit

  • Urlaub

  • Sparen und Vorsorge


Solange das Einkommen regelmäßig kommt, denken die wenigsten darüber nach.

Doch was passiert, wenn dieses Einkommen plötzlich deutlich niedriger ist?


Krankheit oder Unfall können die finanzielle Situation verändern


Eine längere gesundheitliche Einschränkung betrifft nicht nur die eigene Gesundheit.


Sie kann auch die finanzielle Situation einer Familie verändern.


Nehmen wir ein einfaches Beispiel:

Anna verdient monatlich 3.000 Euro netto.


Ihr Einkommen reicht für die laufenden Kosten der Familie und ermöglicht zusätzlich, jeden Monat etwas zu sparen.


Nach einer schweren Erkrankung kann sie ihre bisherige Arbeit nicht mehr ausüben.


Plötzlich stehen nicht mehr 3.000 Euro zur Verfügung.


Die Kosten bleiben aber weitgehend bestehen.

Monatliche Situation

Vor der gesundheitlichen Einschränkung

Bei deutlich geringerem Einkommen

Einkommen

3.000 €

deutlich niedriger

Miete/Kredit

bleibt bestehen

bleibt bestehen

Lebensmittel

bleiben notwendig

bleiben notwendig

Versicherungen

bleiben bestehen

bleiben bestehen

Auto/Mobilität

bleibt bestehen

bleibt bestehen

Sparen/Vorsorge

möglich

möglicherweise kaum möglich

Das Problem ist also nicht nur, dass Einkommen verloren geht.


Das Problem ist die Lücke zwischen dem bisherigen Einkommen und dem Geld, das später tatsächlich zur Verfügung steht.


Was bedeutet staatliche Unterstützung?


Der Staat bietet in Österreich wichtige Leistungen für Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht mehr arbeiten können.


Welche Leistung infrage kommt, hängt von der persönlichen Situation und den gesetzlichen Voraussetzungen ab.


Die staatliche Absicherung ist jedoch nicht darauf ausgelegt, in jedem Fall das bisherige Einkommen vollständig zu ersetzen.


Genau deshalb sollte man zwei Dinge voneinander unterscheiden:

soziale Grundabsicherung und persönliche Einkommensabsicherung.


Die staatliche Absicherung bildet ein wichtiges Fundament.


Aber jeder Mensch hat unterschiedliche finanzielle Verpflichtungen.


Ein alleinstehender Mensch mit geringen Fixkosten hat eine andere Situation als eine Familie mit Kindern und einem hohen Wohnkredit.


Was passiert mit den laufenden Kosten?


Eine häufige Fehlvorstellung ist:

„Wenn ich nicht mehr arbeiten kann, fallen meine Kosten ja auch weg.“


In der Realität ist das meistens nicht so.


Die Miete oder der Kredit muss weiterhin bezahlt werden.


Auch Lebensmittel, Strom, Versicherungen und andere laufende Ausgaben verschwinden nicht.


Bei einer längeren gesundheitlichen Einschränkung können sogar zusätzliche Kosten entstehen – beispielsweise durch notwendige Anpassungen im Alltag oder zusätzliche Betreuung.


Deshalb ist nicht nur wichtig, welche staatliche Leistung möglich ist.


Es ist auch wichtig zu wissen:

Wie viel Geld brauche ich persönlich jeden Monat, damit mein Leben weiterhin finanzierbar bleibt?


Genau hier kann eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ansetzen


Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung kann eine zusätzliche finanzielle Absicherung darstellen.


Je nach Vertrag wird bei Eintritt der vereinbarten Berufsunfähigkeit eine monatliche Leistung ausbezahlt.


Damit kann eine Einkommenslücke reduziert werden.


Die private Versicherung ersetzt dabei nicht die staatliche Absicherung.


Sie kann sie ergänzen.


Ein einfaches Beispiel


Peter verdient heute 3.500 Euro netto.

Seine monatlichen Fixkosten liegen bei rund 2.500 Euro.


Wenn sein Einkommen aufgrund einer langfristigen gesundheitlichen Einschränkung deutlich sinkt, kann es schwierig werden, diese laufenden Kosten weiterhin zu finanzieren.


Hat Peter zusätzlich eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, kann die vereinbarte monatliche Leistung – wenn die vertraglichen Voraussetzungen erfüllt sind – einen Teil dieser Einkommenslücke auffangen.

Damit geht es nicht darum, plötzlich mehr Geld zur Verfügung zu haben.


Es geht darum, die finanzielle Veränderung abzufedern.


Wie hoch sollte eine zusätzliche Absicherung sein?


Eine pauschale Antwort gibt es nicht.


Denn der notwendige Betrag hängt von der persönlichen Lebenssituation ab.


Sinnvoll ist zunächst eine einfache Rechnung:

Wie viel Geld brauche ich jeden Monat für mein normales Leben?


Danach können Sie überlegen:

  • Welche staatlichen Leistungen könnten im Ernstfall zur Verfügung stehen?

  • Welche Ersparnisse habe ich?

  • Welche laufenden Kredite bestehen?

  • Habe ich Kinder oder andere Personen, für die ich finanziell verantwortlich bin?

  • Wie hoch wäre meine monatliche Einkommenslücke?


Erst danach lässt sich sinnvoll beurteilen, welche zusätzliche Absicherung notwendig sein könnte.


Wer sollte sich besonders mit dem Thema beschäftigen?


Das Thema betrifft nicht nur Menschen mit besonders hohem Einkommen.

Besonders wichtig kann die Überlegung für Menschen sein, die von ihrem laufenden Einkommen stark abhängig sind.


Zum Beispiel:

  • Familien mit Kindern

  • Personen mit Wohnkredit

  • Alleinerziehende

  • Selbstständige

  • Personen ohne größere finanzielle Rücklagen

  • Menschen, deren Einkommen wesentlich zum Haushaltseinkommen beiträgt


Auch bei einem guten Einkommen lohnt sich die Frage:

Wie lange könnte ich meine laufenden Kosten bezahlen, wenn mein Einkommen plötzlich deutlich sinkt?


Arbeitskraft ist mehr als ein Gehalt


Oft wird bei Versicherungen über das Einkommen gesprochen.


Eigentlich geht es aber um etwas Größeres:

Ihre Arbeitskraft ermöglicht Ihnen, dieses Einkommen über viele Jahre zu erzielen.


Wenn Sie beispielsweise mit 30 Jahren beginnen zu arbeiten und bis zum Pensionsalter ein Einkommen beziehen, entsteht über die Jahre eine sehr große finanzielle Summe.


Deshalb gehört die eigene Arbeitskraft für viele Menschen zu den wichtigsten finanziellen Werten.


Trotzdem wird sie häufig weniger bewusst abgesichert als das Auto oder die Wohnung.


Staat oder private Versicherung – was ist besser?


Es geht nicht um ein Entweder-oder.


Die staatliche Absicherung ist ein wichtiger Bestandteil des österreichischen Sozialversicherungssystems.


Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung kann eine zusätzliche persönliche Absicherung sein.


Staatliche Absicherung

Private Berufsunfähigkeitsversicherung

gesetzlich geregelt

privater Versicherungsvertrag

Voraussetzungen gesetzlich festgelegt

Bedingungen im Versicherungsvertrag

wichtige soziale Grundabsicherung

zusätzliche persönliche Absicherung

Leistung abhängig von persönlicher Versicherungs- und Erwerbsbiografie

vereinbarte Leistung bei Erfüllung der Vertragsbedingungen

nicht automatisch gleich hoch wie das bisherige Einkommen

Höhe der Absicherung kann vertraglich vereinbart werden

Die private Versicherung sollte daher nicht als Ersatz für den Staat verstanden werden.


Sie kann vielmehr dort ansetzen, wo für die persönliche Lebenssituation eine finanzielle Lücke entsteht.


Was sollte man vor dem Abschluss überlegen?


Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollte nicht nur auf die monatliche Prämie geschaut werden.


Wichtig sind unter anderem:

  • Wie hoch soll die monatliche Leistung sein?

  • Bis zu welchem Alter soll die Absicherung bestehen?

  • Welche Bedingungen gelten für die Berufsunfähigkeit?

  • Welche Leistungen sind tatsächlich vereinbart?

  • Gibt es Ausschlüsse?

  • Wie werden Gesundheitsfragen behandelt?

  • Wie entwickelt sich die Prämie?

  • Passt die Absicherung zur eigenen finanziellen Situation?


Eine gute Absicherung sollte nicht nur heute passen.


Sie sollte möglichst auch zur persönlichen Lebensplanung passen.


Fazit


Der Staat bietet in Österreich eine wichtige Absicherung, wenn Menschen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können.


Aber:

Die staatliche Unterstützung bedeutet nicht automatisch, dass Ihr bisheriger Lebensstandard finanziell erhalten bleibt.


Genau deshalb lohnt sich eine persönliche Betrachtung.


Nicht die Frage

„Was zahlt der Staat?“

sollte am Anfang stehen.


Sondern:

„Wie viel Geld brauche ich persönlich, wenn mein Einkommen plötzlich wegfällt oder deutlich geringer wird?“


Wenn zwischen dem tatsächlichen Bedarf und der staatlichen Absicherung eine Lücke entsteht, kann eine private Berufsunfähigkeitsversicherung eine sinnvolle Ergänzung sein.


Denn die wichtigste Absicherung ist oft nicht das, was wir besitzen.


Es ist die Fähigkeit, unser Einkommen zu verdienen.


Sie möchten wissen, wie groß Ihre persönliche Einkommenslücke wäre?


Gerne sehe ich mir Ihre bestehende Absicherung gemeinsam mit Ihnen an und bespreche, welche Möglichkeiten für Ihre persönliche Situation sinnvoll sein könnten.


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