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Das Bonus-Malus-System in Österreich – einfach erklärt

25. Mai
6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 3. Okt.

Wer in Österreich ein Auto anmeldet, kommt früher oder später mit dem Bonus-Malus-System in Berührung.


Spätestens beim Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung taucht die Frage auf:

Welche Bonusstufe habe ich eigentlich?


Viele kennen nur die einfache Erklärung:

„Wenn ich einen Unfall habe, wird meine Versicherung teurer.“

Ganz so einfach ist es nicht.


Das Bonus-Malus-System beschreibt grundsätzlich, wie sich die Schadenhistorie auf die Prämie der Kfz-Haftpflichtversicherung auswirken kann.


Dabei gilt:

Schadenfreie Jahre können sich positiv auf die Prämie auswirken. Schäden können zu einer Rückstufung führen.


Wie genau das funktioniert, hängt allerdings vom jeweiligen Versicherer und Vertrag ab.



Was bedeutet Bonus-Malus?


„Bonus“ steht grundsätzlich für eine günstigere Einstufung bei schadenfreiem Fahren.


„Malus“ steht für eine ungünstigere Einstufung nach bestimmten Schäden.


Das System soll also berücksichtigen, ob ein Versicherungsnehmer über längere Zeit schadenfrei bleibt oder ob die Kfz-Haftpflichtversicherung für einen Schaden leisten musste.


Vereinfacht gesagt:

Bonus = schadenfreie Jahre können die Prämie reduzieren

Malus = ein schadenrelevanter Schaden kann zu einer Rückstufung führen


Dabei ist wichtig:

Das Bonus-Malus-System ist nicht bei allen Versicherern vollkommen gleich aufgebaut. Neben dem klassischen Stufenmodell gibt es unterschiedliche Tarif- und Rabattmodelle.


Mit welcher Stufe beginnt man?


Beim klassischen österreichischen Bonus-Malus-System ist die Stufe 9 die übliche Ausgangsstufe für einen erstmaligen Einstieg.


Von dort aus kann sich die Einstufung bei schadenfreiem Verlauf verbessern.


Allerdings können Versicherer eigene Regelungen, Rabatte oder Sondervereinbarungen anbieten.


Deshalb sollte man nicht nur auf die Stufe schauen, sondern immer auch auf die konkrete Prämie und die Vertragsbedingungen.


Was passiert, wenn ich schadenfrei fahre?


Bleibt die Kfz-Haftpflichtversicherung über einen entsprechenden Zeitraum schadenfrei, kann sich die Bonusstufe verbessern.


Im klassischen Stufenmodell geht es beispielsweise von:

Stufe 9 → Stufe 8 → Stufe 7 → Stufe 6

und so weiter.


Je niedriger die Stufe, desto günstiger kann die Prämie ausfallen.


Die niedrigste Stufe des klassischen Systems ist Stufe 0.


Dorthin gelangt man allerdings nicht sofort. Dafür sind mehrere schadenfreie Jahre notwendig.


Was passiert nach einem Unfall?


Hier wird es interessant.


Wenn ein Unfall passiert und die Kfz-Haftpflichtversicherung für einen Schaden leisten muss, kann eine Rückstufung erfolgen.


Das bedeutet:

Sie verlieren einen Teil Ihres bisherigen Bonus.


Dadurch kann sich die Prämie erhöhen.


Wie viele Stufen eine Rückstufung ausmacht und welche Voraussetzungen dafür gelten, hängt von den jeweiligen Vertragsbedingungen ab.


Deshalb sollte man nicht pauschal sagen:

„Ein Unfall bedeutet immer drei Stufen zurück.“


Das kann zwar in bestimmten Bonus-Malus-Regelungen vorkommen, ist aber nicht automatisch für jeden Versicherungsvertrag gleich.


Ein Beispiel aus dem Alltag


Nehmen wir Thomas.


Er fährt bereits seit mehreren Jahren schadenfrei und hat dadurch eine günstige Bonusstufe erreicht.


Eines Tages verursacht er einen Auffahrunfall.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung übernimmt den Schaden des Unfallgegners.

In seinem konkreten Tarif führt dieser Schaden zu einer Rückstufung.


Thomas verliert dadurch einen Teil seines bisherigen Bonus.


Bei der nächsten Prämienberechnung kann sich seine Kfz-Haftpflichtversicherung dadurch verteuern.


Ein einzelner Schaden kann sich also auch in den folgenden Versicherungsjahren finanziell bemerkbar machen.


Zählt jeder Schaden für das Bonus-Malus-System?


Nein.


Hier muss man genau unterscheiden.


Das klassische Bonus-Malus-System bezieht sich grundsätzlich auf die Kfz-Haftpflichtversicherung.


Ein Schaden an Ihrem eigenen Fahrzeug ist deshalb nicht automatisch ein Bonus-Malus-Schaden.


Beispielsweise kann ein Kaskoschaden nach einem Parkschaden oder Hagel je nach Vertrag anders behandelt werden.


Auch wenn ein Schaden zwar gemeldet, aber letztlich keine Leistung aus der Haftpflichtversicherung erbracht wird, kann die Situation anders aussehen.


Entscheidend sind die konkreten Bedingungen des jeweiligen Versicherers.


Was ist der Unterschied zwischen Haftpflicht und Kasko?


Das ist eine wichtige Unterscheidung.


Kfz-Haftpflichtversicherung

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist in Österreich für die Zulassung eines Kraftfahrzeugs grundsätzlich verpflichtend.

Sie schützt vor den finanziellen Folgen von Schäden, die Sie mit Ihrem Fahrzeug anderen zufügen.


Kaskoversicherung

Die Kaskoversicherung schützt – je nach gewähltem Umfang – auch das eigene Fahrzeug.

Dabei kann zwischen verschiedenen Formen und Leistungsumfängen unterschieden werden.


Das Bonus-Malus-System, über das wir hier sprechen, bezieht sich grundsätzlich auf die Kfz-Haftpflicht.


Die Kaskoversicherung kann eigene Schadenfreiheits- oder Rabattsysteme haben.


Kann man eine Rückstufung vermeiden?


Unter bestimmten Voraussetzungen kann das möglich sein.


Einige Versicherer bieten beispielsweise einen Freischaden, Bonus-Schutz oder ähnliche Regelungen an.


Damit kann je nach Vertrag ein bestimmter Schaden ohne oder mit geringerer Rückstufung behandelt werden.


Aber:

Nicht jede Versicherung bietet dieselbe Regelung an.


Und auch die Voraussetzungen können unterschiedlich sein.


Deshalb lohnt sich ein Blick in den eigenen Vertrag.


Gerade wenn Sie bereits viele Jahre schadenfrei fahren, kann eine solche Vereinbarung interessant sein.


Was passiert beim Versicherungswechsel?


Eine häufige Frage lautet:

„Wenn ich die Versicherung wechsle, verliere ich dann meine Bonusstufe?“


Grundsätzlich wird die Schadenhistorie bei einem Versicherungswechsel berücksichtigt.


Die konkrete Übernahme der bisherigen Einstufung beziehungsweise Schadenhistorie erfolgt nach den jeweiligen Regelungen des neuen Versicherers.


Deshalb sollte man beim Versicherungswechsel nicht einfach davon ausgehen:

„Neuer Versicherer = neue Bonusstufe.“


Ihre bisherige Schadenhistorie kann für die neue Einstufung relevant sein.


Und wenn ich ein neues Auto kaufe?


Ein Fahrzeugwechsel bedeutet ebenfalls nicht automatisch, dass die bisherige Schadenhistorie verloren geht.


Entscheidend ist unter anderem, ob der Versicherungsnehmer gleich bleibt und wie der Versicherer die bisherige Einstufung übernimmt.


Auch hier können unterschiedliche Tarifmodelle eine Rolle spielen.


Deshalb sollte bei einem Fahrzeugwechsel immer geprüft werden:

Welche Bonusstufe wird für das neue Fahrzeug angewendet und welche Prämie ergibt sich daraus?


Warum kann die Bonusstufe für die Prämie wichtig sein?


Die Bonusstufe kann einen erheblichen Einfluss auf die Prämie der Kfz-Haftpflichtversicherung haben.


Dabei sollte man aber nicht nur auf die Stufe selbst schauen.


Denn die tatsächliche Prämie hängt auch von anderen Faktoren ab.


Zum Beispiel können eine Rolle spielen:

  • Fahrzeug

  • Motorisierung

  • Versicherungsumfang

  • Versicherungsnehmer

  • Tarif

  • Bonusstufe

  • mögliche Rabatte

  • weitere vertragliche Vereinbarungen


Deshalb können zwei Personen mit derselben Bonusstufe trotzdem unterschiedliche Prämien bezahlen.


Was bedeutet das für junge Fahrer?


Für Fahranfänger ist die Ausgangssituation häufig eine andere als für jemanden, der bereits viele Jahre schadenfrei gefahren ist.


Wer noch keine eigene Schadenhistorie hat, beginnt beim klassischen Bonus-Malus-System grundsätzlich mit der entsprechenden Ausgangseinstufung.


Je nach Versicherer können aber auch spezielle Modelle für junge Fahrer oder zusätzliche Rabattregelungen angeboten werden.


Deshalb lohnt sich gerade bei einem ersten eigenen Auto ein genauer Vergleich.


Warum sollte man einen Schaden nicht einfach selbst bezahlen?


Nach einem kleineren Unfall kann der Gedanke entstehen:

„Vielleicht bezahle ich den Schaden selbst, damit meine Bonusstufe nicht schlechter wird.“


Ob das sinnvoll ist, hängt von der konkreten Situation und vom Versicherungsvertrag ab.


Man sollte dabei nicht vergessen:

Wenn ein Schaden selbst bezahlt werden soll, können trotzdem bestimmte Melde- oder Informationspflichten gegenüber dem Versicherer bestehen.


Außerdem sollte man sich vorher genau informieren, ob und unter welchen Bedingungen eine Rückerstattung an den Versicherer eine Rückstufung vermeiden kann.


Eine pauschale Empfehlung ist deshalb nicht sinnvoll.


Ein Bonus ist nicht für immer garantiert


Ein häufiger Denkfehler ist:

„Ich habe jetzt eine sehr gute Bonusstufe, also bleibt meine Kfz-Versicherung immer günstig.“


Nicht unbedingt.

Auch andere Faktoren können die Prämie verändern.


Zum Beispiel können sich Tarife, Fahrzeugdaten, allgemeine Kosten oder andere vertragliche Rahmenbedingungen ändern.


Die Bonusstufe ist daher nur ein Bestandteil der Prämienberechnung.


Was ich in meiner täglichen Beratung immer wieder erlebe


Viele Kundinnen und Kunden kennen ihre Bonusstufe.


Was sie oft nicht wissen:

Was bedeutet diese Stufe eigentlich für meine aktuelle Prämie?


Oder:

Welche Regelung habe ich nach einem Schaden?


Gerade bei älteren Kfz-Verträgen kann es interessant sein, die bestehende Vereinbarung einmal genauer anzusehen.


Denn nicht jeder Vertrag funktioniert exakt gleich.


Und bei einem Fahrzeugwechsel oder Versicherungswechsel sollte man ebenfalls darauf achten, wie die bisherige Schadenhistorie berücksichtigt wird.


Bonus-Malus einfach zusammengefasst


Das Grundprinzip lässt sich in wenigen Punkten zusammenfassen:

Situation

Grundsätzliche Auswirkung

Neueinstieg

Klassisch meist Ausgangsstufe 9

Schadenfreies Jahr

Bonusstufe kann sich verbessern

Haftpflichtschaden mit Leistung

Rückstufung kann erfolgen

Kaskoschaden

Nicht automatisch Teil des klassischen Bonus-Malus-Systems

Versicherungswechsel

Schadenhistorie wird grundsätzlich berücksichtigt

Bonus-Schutz/Freischaden

Je nach Vertrag besondere Regelung möglich

Die Tabelle zeigt bewusst nur das Grundprinzip. Die konkreten Regeln können je nach Versicherer und Tarif unterschiedlich sein.


Fazit


Das Bonus-Malus-System soll die Schadenhistorie bei der Kfz-Haftpflichtversicherung berücksichtigen.


Wer über längere Zeit schadenfrei fährt, kann von einer besseren Einstufung profitieren.


Kommt es dagegen zu einem haftpflichtrelevanten Schaden, kann eine Rückstufung erfolgen.


Wichtig ist dabei:

Nicht jeder Schaden führt automatisch zur gleichen Rückstufung.


Und nicht jede Kfz-Versicherung arbeitet heute mit exakt demselben Modell.

Deshalb lohnt es sich, die eigene Polizze genauer anzusehen – besonders bei einem Fahrzeugwechsel, einem Versicherungswechsel oder nach einem Schaden.


Möchten Sie wissen, wie Ihre Kfz-Versicherung aktuell aufgebaut ist?


Gerne prüfe ich gemeinsam mit Ihnen Ihre bestehende Kfz-Versicherung und erkläre Ihnen verständlich, welche Bonusstufe, welche Leistungen und welche Regelungen in Ihrem Vertrag enthalten sind.



Ich schaue mir Ihre Versicherung gerne gemeinsam mit Ihnen an und prüfe, ob der aktuelle Vertrag noch zu Ihrem Fahrzeug und Ihrer persönlichen Situation passt.


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