top of page

Die häufigsten Fehler bei der Lebensversicherung

12. Mai 2025
6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Eine Lebensversicherung soll Sicherheit geben – aber passt sie auch zu Ihrer Familie?


Über eine Lebensversicherung nachzudenken, fällt vielen Menschen nicht leicht.


Man beschäftigt sich mit Fragen, die man lieber aufschieben würde. Was passiert, wenn ich unerwartet sterbe? Wie würde meine Familie finanziell zurechtkommen? Könnten mein Partner oder meine Partnerin die laufenden Kosten weiterhin bezahlen?


Gerade wenn Kinder da sind, ein Kredit zurückgezahlt werden muss oder ein Einkommen für den Lebensunterhalt besonders wichtig ist, kann eine passende Lebensversicherung eine wertvolle Unterstützung sein.


Doch beim Abschluss werden häufig Entscheidungen getroffen, ohne den tatsächlichen Bedarf genau zu kennen. Manchmal wird eine zu niedrige Versicherungssumme gewählt, manchmal passt die Laufzeit nicht mehr zur aktuellen Lebenssituation. Und manchmal besteht bereits eine Versicherung, die seit Jahren nicht überprüft wurde.


In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Fehler bei der Lebensversicherung besonders häufig vorkommen und wie Sie Ihre Familie sinnvoll absichern können.



Fehler 1: Den Abschluss immer wieder aufschieben


„Ich bin noch jung.“ „Ich kümmere mich später darum.“ „Im Moment haben wir andere Ausgaben.“


Solche Gedanken sind verständlich. Im Alltag gibt es viele Dinge, die wichtiger erscheinen. Die Lebensversicherung wird deshalb oft erst dann zum Thema, wenn ein Haus gekauft, ein Kredit aufgenommen oder ein Kind geboren wird.


Dabei kann es sinnvoll sein, sich bereits früh mit der eigenen Absicherung zu beschäftigen. Alter und Gesundheitszustand können Einfluss darauf haben, ob und zu welchen Bedingungen ein Versicherungsvertrag angeboten wird und wie hoch die Prämie ausfällt.


Das bedeutet nicht, dass jeder Mensch sofort eine Lebensversicherung benötigt. Entscheidend ist vielmehr, ob andere Personen finanziell von Ihnen abhängig sind oder ob durch Ihren Tod größere finanzielle Verpflichtungen offenbleiben würden.


Praktischer Tipp: 

Fragen Sie sich, wer Ihre laufenden Kosten übernehmen müsste, wenn Ihr Einkommen plötzlich wegfällt. Wenn dadurch eine erhebliche finanzielle Belastung für Ihre Familie entstehen würde, lohnt es sich, den Absicherungsbedarf rechtzeitig zu prüfen.


Fehler 2: Eine zu niedrige Versicherungssumme wählen


Ein weiterer häufiger Fehler ist, die Versicherungssumme einfach nach Gefühl festzulegen.


Man möchte die Prämie niedrig halten und entscheidet sich deshalb für einen Betrag, der auf den ersten Blick ausreichend erscheint. Im Ernstfall kann sich jedoch zeigen, dass die Auszahlung nur einen kleinen Teil der finanziellen Belastung abdeckt.


Eine passende Versicherungssumme sollte sich an der tatsächlichen Situation Ihrer Familie orientieren.


Berücksichtigen Sie beispielsweise:

  • offene Kredite und andere finanzielle Verpflichtungen,

  • laufende Wohnkosten und Ausgaben für den Alltag,

  • die Betreuung und Ausbildung Ihrer Kinder,

  • das Einkommen, das durch den Todesfall wegfallen würde,

  • vorhandene Ersparnisse und andere mögliche Hinterbliebenenleistungen.


Ein Beispiel:

Ein Paar hat zwei kleine Kinder und finanziert gemeinsam ein Eigenheim. Beide Einkommen werden benötigt, um die monatlichen Ausgaben zu decken. Stirbt ein Elternteil, bleiben die Kreditraten und viele andere Kosten bestehen. Gleichzeitig kann zusätzliche Unterstützung bei der Kinderbetreuung notwendig werden.


Eine passende Versicherungssumme könnte dazu beitragen, einen Teil des Kredits zurückzuzahlen und die laufenden Kosten für eine gewisse Zeit abzufedern.


Wie hoch die Summe sein sollte, hängt vom individuellen Bedarf ab. Eine möglichst hohe Versicherungssumme ist nicht automatisch die beste Lösung. Sie muss auch langfristig leistbar sein.


Fehler 3: Nur auf die günstigste Prämie achten


Natürlich spielt der Preis eine wichtige Rolle. Eine Versicherung sollte zum Familienbudget passen und auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten bezahlbar bleiben.


Allerdings ist der günstigste Beitrag allein kein ausreichendes Entscheidungskriterium.


Vergleichen Sie auch die Versicherungssumme, die Laufzeit, die Vertragsbedingungen und die vereinbarten Leistungen. Prüfen Sie außerdem, welche Ausschlüsse gelten und welche Voraussetzungen für eine Auszahlung erfüllt sein müssen.


Bei einer Lebensversicherung ist es wichtig, genau zu wissen, welche Art von Produkt Sie abschließen. Eine reine Ablebensversicherung dient der finanziellen Absicherung im Todesfall während der vereinbarten Laufzeit. Bei anderen Lebensversicherungen kann zusätzlich ein Spar- oder Veranlagungsteil vorgesehen sein. Diese Produkte verfolgen unterschiedliche Ziele und sind deshalb nicht ohne Weiteres miteinander vergleichbar.


Praktischer Tipp:

 Vergleichen Sie mehrere Angebote auf Basis desselben Absicherungsbedarfs. So erkennen Sie besser, welche Leistungen Sie für die jeweilige Prämie erhalten.


Fehler 4: Die Gesundheitsfragen nicht sorgfältig beantworten


Vor dem Abschluss einer Lebensversicherung werden in der Regel Gesundheitsfragen gestellt. Je nach Produkt und Antrag können auch weitere Angaben oder medizinische Untersuchungen erforderlich sein.


Diese Fragen sollten Sie vollständig und wahrheitsgemäß beantworten. Unklare Angaben oder vergessene Informationen können später zu Problemen führen, etwa wenn der Versicherer die Leistungspflicht prüfen muss.


Wenn Sie bei einer Frage unsicher sind, sollten Sie nicht einfach raten. Lassen Sie sich erklären, welche Angaben benötigt werden, und halten Sie sich an die im Antrag genannten Zeiträume und Anforderungen.


Wichtig ist auch, dass Sie die Gesundheitsfragen nicht verharmlosen, nur weil eine Erkrankung bereits länger zurückliegt oder Sie sich wieder gesund fühlen. Entscheidend ist, was konkret gefragt wird und welche Angaben verlangt werden.


Praktischer Tipp: 

Nehmen Sie sich beim Ausfüllen des Antrags ausreichend Zeit. Prüfen Sie Ihre Angaben vor der Unterschrift noch einmal und bewahren Sie die Antragsunterlagen auf.


Fehler 5: Die Laufzeit nicht an die Lebenssituation anpassen


Eine Lebensversicherung sollte nicht nur zur aktuellen Situation passen, sondern auch den Zeitraum abdecken, in dem Ihre Familie besonders auf finanziellen Schutz angewiesen ist.


Wenn Sie kleine Kinder haben, kann der finanzielle Unterstützungsbedarf noch viele Jahre bestehen. Bei einem Immobilienkredit kann es sinnvoll sein, die Laufzeit mit der Dauer der Finanzierung abzustimmen.


Ein Vertrag, der zu früh endet, bietet möglicherweise gerade dann keinen Schutz mehr, wenn noch größere Verpflichtungen bestehen.


Umgekehrt ist eine sehr lange Laufzeit nicht automatisch notwendig. Entscheidend ist, wie lange Ihre Familie im Todesfall voraussichtlich zusätzliche finanzielle Unterstützung benötigen würde.


Praktischer Tipp: 

Überlegen Sie, wann Ihre Kinder voraussichtlich finanziell selbstständiger sein werden, wann ein Kredit zurückgezahlt ist und welche anderen Verpflichtungen bestehen. Nutzen Sie diese Überlegungen als Grundlage für die Wahl der Laufzeit.


Fehler 6: Die Versicherung nach dem Abschluss nie mehr überprüfen


Das Leben verändert sich. Sie heiraten, bekommen Kinder, kaufen eine Immobilie oder verändern Ihre berufliche Situation. Vielleicht steigt Ihr Einkommen, oder es kommen neue finanzielle Verpflichtungen hinzu.


Eine Versicherung, die vor einigen Jahren gut gepasst hat, kann deshalb heute nicht mehr ausreichend sein.


Stellen Sie sich beispielsweise ein Paar vor, das vor zehn Jahren eine Lebensversicherung abgeschlossen hat. Damals gab es noch keine Kinder und nur wenige laufende Verpflichtungen. Heute hat die Familie zwei Kinder und einen größeren Wohnungskredit.


Wenn die Versicherungssumme unverändert geblieben ist, könnte sie für den heutigen Bedarf zu niedrig sein.


Eine regelmäßige Überprüfung hilft Ihnen, solche Veränderungen zu erkennen. Dabei sollten Sie nicht automatisch davon ausgehen, dass Sie einen neuen Vertrag benötigen. Zuerst ist zu prüfen, welche Leistungen bereits bestehen und ob Anpassungen möglich und sinnvoll sind.


Wichtig: Kündigen Sie eine bestehende Lebensversicherung nicht vorschnell. Eine vorzeitige Auflösung kann finanzielle Nachteile verursachen. Vergleichen Sie mögliche Alternativen sorgfältig, bevor Sie eine Entscheidung treffen.


Fehler 7: Eine Lebensversicherung abschließen, ohne das Produkt wirklich zu verstehen


Der Begriff Lebensversicherung umfasst unterschiedliche Produkte. Manche dienen in erster Linie dem Todesfallschutz, andere verbinden diesen Schutz mit einem Kapitalaufbau oder einer Veranlagung.


Wenn Ihr Hauptziel darin besteht, Ihre Angehörigen im Todesfall finanziell abzusichern, kann eine reine Ablebensversicherung eine passende Lösung sein. Sie sieht eine vereinbarte Auszahlung vor, wenn die versicherte Person während der Vertragslaufzeit stirbt. Wird der vereinbarte Zeitraum ohne Eintritt des versicherten Todesfalls beendet, erfolgt bei dieser reinen Risikoversicherung keine Auszahlung.


Bei einer kapitalbildenden oder fondsgebundenen Lebensversicherung gelten andere Regelungen. Hier müssen Sie insbesondere auf Kosten, Garantien, mögliche Wertschwankungen und die Folgen einer vorzeitigen Kündigung achten. Nicht jede prognostizierte Auszahlung ist garantiert.


Eine verständliche Lösung ist deshalb oft besser als ein Produkt, dessen Leistungen und Kosten Sie nicht nachvollziehen können.


Praktischer Tipp: 

Lassen Sie sich erklären, welches Ziel die Versicherung erfüllt, wann eine Leistung erfolgt, welche Ausschlüsse bestehen und welche Kosten anfallen. Sie sollten vor der Unterschrift wissen, wofür Sie bezahlen.


Welche Fehler sollten Sie besonders vermeiden?


Häufiger Fehler

Was Sie stattdessen tun sollten

Abschluss immer wieder aufschieben

Frühzeitig den tatsächlichen Bedarf prüfen

Versicherungssumme zu niedrig wählen

Kredite, laufende Kosten und Einkommensausfall berücksichtigen

Nur den Preis vergleichen

Leistungen, Laufzeit und Bedingungen gegenüberstellen

Gesundheitsfragen ungenau beantworten

Vollständige und wahrheitsgemäße Angaben machen

Unpassende Laufzeit wählen

Schutz an Kinder, Kredite und Verpflichtungen anpassen

Vertrag nie überprüfen

Bei wichtigen Lebensveränderungen die Absicherung kontrollieren

Produkt nicht verstehen

Leistungen, Kosten und Ausschlüsse vor dem Abschluss klären


Fazit: Eine gute Lebensversicherung muss zu Ihrem Leben passen


Die häufigsten Fehler bei der Lebensversicherung entstehen nicht unbedingt aus Nachlässigkeit. Oft wird das Thema aufgeschoben, der tatsächliche Bedarf unterschätzt oder ein Vertrag nach dem Abschluss nicht mehr an die veränderte Lebenssituation angepasst.


Dabei geht es nicht darum, jede mögliche Situation vorhersehen zu können. Entscheidend ist, dass Sie Ihre Familie realistisch absichern und eine Lösung wählen, die sowohl zu Ihrem Bedarf als auch zu Ihrem Budget passt.


Prüfen Sie deshalb, ob Ihre bestehende Versicherung noch ausreichend ist, welche finanziellen Verpflichtungen Ihre Familie hat und wie lange zusätzlicher Schutz sinnvoll sein könnte.


Sie möchten wissen, ob Ihre bestehende Lebensversicherung noch zu Ihrer Familie passt?



Gemeinsam können wir Ihre bestehende Absicherung überprüfen und feststellen, ob Anpassungen sinnvoll sein könnten.


Wenn Sie noch keine passende Lebensversicherung haben, unterstütze ich Sie gerne dabei, eine geeignete Lösung zu finden und ein Angebot für einen Neuabschluss zu erstellen. So können Sie in Ruhe vergleichen, welche Versicherung zu Ihrer persönlichen Situation und Ihren finanziellen Möglichkeiten passt.


Kommentare


bottom of page