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Für Ihr Kind langfristig sparen – wie aus kleinen Beträgen in 40 bis 45 Jahren Vermögen entstehen kann

16. Okt.
5 Min. Lesezeit

Stellen Sie sich vor, Ihr Kind ist gerade geboren.


Sie beginnen, jeden Monat einen kleinen Betrag für seine Zukunft zurückzulegen. Zunächst ist das Geld für Sie vielleicht kaum spürbar. Doch die Jahre vergehen: Ihr Kind kommt in die Schule, beginnt eine Ausbildung, startet ins Berufsleben und gründet vielleicht später eine eigene Familie.


Wenn Sie früh beginnen, kann daraus über 40 bis 45 Jahre ein beachtliches finanzielles Polster entstehen.


Dabei geht es nicht nur darum, Ihrem Kind irgendwann Geld zu schenken. Sie können heute eine Grundlage schaffen, die Ihrem Kind später mehr finanzielle Möglichkeiten bietet – beispielsweise für eine Wohnung, die Familiengründung, eine berufliche Veränderung oder als zusätzliche Reserve für das Alter.


Der entscheidende Gedanke ist:


Nicht nur die Höhe des monatlichen Betrags zählt. Auch die Zeit, die Regelmäßigkeit und die gewählte Form der Geldanlage spielen eine wichtige Rolle.



Warum 40 bis 45 Jahre einen großen Unterschied machen können


Wer für ein Kind spart, hat einen besonderen Vorteil: einen sehr langen Zeitraum.


Beginnen Sie direkt nach der Geburt, stehen Ihnen bis zum 40. Geburtstag Ihres Kindes 40 Jahre und bis zum 45. Geburtstag sogar 45 Jahre zur Verfügung. Bei einer langfristigen Geldanlage können in dieser Zeit nicht nur die eigenen Einzahlungen wirken. Auch mögliche Erträge können weitere Erträge erwirtschaften.


Dieser Effekt wird als Zinseszinseffekt bezeichnet. Er kann den Vermögensaufbau über viele Jahre verstärken.


Dabei gilt allerdings: Der Zinseszinseffekt allein garantiert keinen Gewinn. Wie sich das angesparte Geld entwickelt, hängt von der gewählten Spar- oder Anlageform, den Kosten, Steuern und möglichen Wertschwankungen ab.


Was kann aus 50 oder 100 Euro im Monat werden?


Schauen wir uns ein vereinfachtes Beispiel an. Sie legen für Ihr Kind ab der Geburt monatlich 50 oder 100 Euro zurück und lassen das Geld über 40 beziehungsweise 45 Jahre angespart.


Die folgende Tabelle zeigt hypothetische Ergebnisse bei unterschiedlichen jährlichen Renditen. Die Berechnung unterstellt regelmäßige Einzahlungen am Monatsende und eine gleichbleibende jährliche Rendite. Sie berücksichtigt keine Steuern, Gebühren oder Inflation.

Monatliche Einzahlung

Nach 40 Jahren bei 3 %

Nach 40 Jahren bei 5 %

Nach 45 Jahren bei 5 %

50 Euro

ca. 45.900 Euro

ca. 74.100 Euro

ca. 98.000 Euro

100 Euro

ca. 91.700 Euro

ca. 148.300 Euro

ca. 196.000 Euro

Die Renditen sind reine Rechenannahmen und keine Prognosen. Eine tatsächliche Veranlagung kann deutlich anders verlaufen. Insbesondere bei Wertpapieren sind zwischenzeitliche Verluste möglich; auch das eingezahlte Kapital ist nicht automatisch garantiert.


Was zeigt das Beispiel trotzdem?


Bei 100 Euro monatlich zahlen Sie über 45 Jahre insgesamt 54.000 Euro ein. Bei einer angenommenen Rendite von 5 Prozent könnte rechnerisch ein Endwert von rund 196.000 Euro entstehen. Der Unterschied ergibt sich aus den angenommenen Erträgen und deren Wiederveranlagung.


Gerade bei einem so langen Zeitraum ist es deshalb sinnvoll, nicht nur auf die monatliche Einzahlung zu schauen, sondern auch darauf, wie das Geld arbeitet.


Welche Spar- und Vorsorgemöglichkeiten gibt es?


Nicht jede Sparform eignet sich für jedes Ziel. Entscheidend ist, ob Ihnen Sicherheit, Flexibilität, mögliche Erträge oder eine Kombination verschiedener Eigenschaften besonders wichtig sind.


1. Sparbuch oder Sparkonto


Ein Sparkonto ist leicht verständlich und kann sich für Geld eignen, das sicher und kurzfristig verfügbar bleiben soll. Für einen Zeitraum von 40 bis 45 Jahren sollten Sie allerdings berücksichtigen, dass sich die Zinsen verändern können.


Ein weiterer Punkt ist die Inflation: Wenn die Preise über viele Jahre steigen, kann das Geld später weniger kaufen als heute. Ein höherer Kontostand bedeutet daher nicht automatisch, dass auch die Kaufkraft im gleichen Ausmaß gestiegen ist.


2. Langfristige Geldanlage


Bei einem langen Anlagehorizont können auch Wertpapieranlagen, beispielsweise breit gestreute Investmentfonds oder ETFs, geprüft werden. Sie bieten Chancen auf Wertzuwachs, unterliegen aber Kursschwankungen und können Verluste verursachen.


Die Finanzmarktaufsicht weist darauf hin, dass höhere Ertragschancen grundsätzlich mit höheren Risiken verbunden sein können. Deshalb sollten Sie vor einer Entscheidung Ihre Risikobereitschaft, die Kosten und die Funktionsweise der Anlage verstehen.


3. Vorsorgelösungen mit Versicherungscharakter


Es gibt auch langfristige Vorsorgelösungen, die über einen Versicherungsvertrag aufgebaut werden. Je nach Produkt können sie Sparen mit bestimmten Versicherungsleistungen verbinden.


Hier lohnt sich ein genauer Blick auf die Vertragsbedingungen: Welche Leistungen sind garantiert? Welche hängen von der Entwicklung der Veranlagung ab? Wie hoch sind die Kosten? Wie flexibel können Sie Beiträge anpassen oder den Vertrag beenden?


Eine Versicherungslösung ist nicht automatisch besser oder schlechter als ein Wertpapierdepot oder ein Sparkonto. Sie erfüllt möglicherweise andere Bedürfnisse. Deshalb sollten Sie die Varianten anhand Ihrer Ziele und der konkreten Vertragsbedingungen vergleichen.


Warum die Kosten über Jahrzehnte so wichtig sind


Bei einer kurzen Laufzeit wirken kleine Gebühren vielleicht unbedeutend. Über 40 oder 45 Jahre können sie jedoch einen erheblichen Unterschied machen.


Achten Sie deshalb nicht nur auf die mögliche Rendite, sondern auch auf:

  • einmalige Abschlusskosten

  • laufende Verwaltungs- und Produktkosten

  • Depot- oder Kontogebühren

  • Kosten bei einer Änderung oder vorzeitigen Beendigung

  • steuerliche Auswirkungen


Entscheidend ist, was nach Kosten und Steuern tatsächlich übrig bleibt. Die Arbeiterkammer empfiehlt, Anlageprodukte nicht allein anhand der erwarteten Rendite, sondern auch anhand von Risiko, Bindungsdauer und Kosten zu beurteilen.


Wem gehört das angesparte Geld?


Eine wichtige Frage wird bei der Kindervorsorge manchmal übersehen: Soll das Vermögen von Anfang an dem Kind gehören oder möchten die Eltern zunächst selbst sparen und später Geld übertragen?


Diese Entscheidung kann Auswirkungen auf die Verfügung über das Geld haben.


Wird das Vermögen auf den Namen des Kindes angelegt, sind die rechtlichen Regeln für das Vermögen Minderjähriger zu beachten. Sparen Eltern hingegen auf ihren eigenen Namen, bleibt das Geld zunächst ihr Vermögen. Eine spätere Übertragung an das Kind sollte bewusst geplant werden.


Klären Sie deshalb vor dem Start, wer Vertragspartner ist, wem das Guthaben gehört und wer darüber verfügen darf. Bei größeren Vermögenswerten kann eine rechtliche oder steuerliche Beratung sinnvoll sein.


Was passiert, wenn Sie nicht jeden Monat einzahlen können?


Ein langfristiger Sparplan muss zu Ihrem Familienbudget passen. Die Zukunft Ihres Kindes ist wichtig, aber auch Ihre eigene finanzielle Stabilität zählt.


Bevor Sie regelmäßig Geld für 40 oder 45 Jahre zurücklegen, sollten Sie sicherstellen, dass laufende Ausgaben gedeckt sind und ausreichend Rücklagen für unerwartete Kosten bestehen.


Wenn sich Ihre Lebenssituation verändert, können Sie überprüfen, ob der monatliche Betrag noch passend ist. Ob Einzahlungen pausiert, reduziert oder erhöht werden können, hängt von der gewählten Sparform beziehungsweise vom Vertrag ab.


Wichtig ist, dass Sie keine Verpflichtung eingehen, die Ihre Familie dauerhaft finanziell überfordert.


Die Inflation nicht vergessen


Ein Betrag von 100.000 Euro klingt heute nach viel Geld. Doch in 40 oder 45 Jahren wird die Kaufkraft dieses Betrags voraussichtlich nicht mehr der heutigen entsprechen, wenn die Preise im Laufe der Zeit steigen.


Deshalb sollte langfristige Vorsorge nicht nur das Ziel haben, eine bestimmte Zahl auf dem Konto zu erreichen. Überlegen Sie auch, was Ihr Kind mit dem Geld später ermöglichen können soll.


Möchten Sie einen Beitrag zur ersten Wohnung leisten? Soll das Geld bei einer beruflichen Veränderung helfen? Oder soll es langfristig als zusätzliches Vermögen bestehen bleiben?


Je klarer das Ziel ist, desto besser können Sie die passende Sparstrategie auswählen und später überprüfen.


Checkliste: So starten Sie mit der langfristigen Kindervorsorge


  • Legen Sie fest, welches Ziel Sie für Ihr Kind verfolgen.

  • Bestimmen Sie einen monatlichen Betrag, der zum Familienbudget passt.

  • Vergleichen Sie unterschiedliche Spar- und Vorsorgemöglichkeiten.

  • Prüfen Sie Kosten, Risiken, Laufzeit und Verfügbarkeit.

  • Klären Sie, wem das angesparte Vermögen gehört.

  • Überprüfen Sie die Vorsorge regelmäßig und passen Sie sie bei Bedarf an.


Fazit: Heute beginnen, damit morgen mehr Möglichkeiten entstehen


Wenn Sie für Ihr Kind über 40 bis 45 Jahre sparen, haben Sie einen langen Zeitraum, in dem sich regelmäßige Einzahlungen und mögliche Erträge entwickeln können.


Schon kleinere monatliche Beträge können über Jahrzehnte zu einem finanziellen Polster beitragen. Wie groß dieses am Ende tatsächlich ist, hängt jedoch von der Sparform, der Wertentwicklung, den Kosten, den Steuern und der Inflation ab.


Es gibt deshalb nicht die eine Lösung, die für jede Familie passt. Wichtig ist, dass Sie das Ziel verstehen, die gewählte Vorsorge nachvollziehen können und die monatliche Belastung langfristig tragbar bleibt.


Sie möchten prüfen, welche Vorsorgelösung zu Ihrer Familie und Ihren langfristigen Zielen passt?



Gemeinsam können wir Ihre bestehenden Versicherungen und Vorsorgelösungen betrachten und klären, welche Fragen Sie vor einer Entscheidung berücksichtigen sollten.

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