Pension für Selbständige in Österreich – Die SVS im Überblick
- 16. Dez. 2024
- 2 Min. Lesezeit
Selbständig zu sein bedeutet Freiheit, Eigenverantwortung – und auch Eigenvorsorge. Während Angestellte automatisch über ihren Arbeitgeber in das staatliche System einzahlen, sind Selbständige selbst für ihre Absicherung verantwortlich.
Zuständig für die gesetzliche Pensionsversicherung ist die
Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS).

Doch wie funktioniert die Pension für Selbständige? Welche Vorteile gibt es – und wo liegen die Herausforderungen?
Wie funktioniert die SVS-Pension?
Selbständige zahlen verpflichtend Beiträge zur Pensionsversicherung an die SVS.
Die Höhe der Beiträge richtet sich nach dem Einkommen (Gewinn). Es gibt jedoch eine Mindestbeitragsgrundlage, wodurch auch bei geringem Einkommen ein fixer Mindestbetrag zu zahlen ist.
Ähnlich wie bei Angestellten basiert die Pension auf dem Pensionskonto-System: Jährlich werden 1,78 % der Beitragsgrundlage gutgeschrieben. Diese Gutschriften ergeben später die monatliche Pension.
Das Regelpensionsalter liegt bei 65 Jahren (Frauen werden schrittweise angeglichen).
Vorteile der SVS-Pension
✔ Gesetzliche Grundabsicherung
Auch Selbständige erhalten eine staatlich garantierte Pension – lebenslang.
✔ Einkommensabhängige Beiträge
Wer weniger verdient, zahlt grundsätzlich weniger ein (abgesehen von der Mindestbeitragsgrundlage).
✔ Steuerlich absetzbar
SVS-Beiträge können steuerlich geltend gemacht werden.
✔ Möglichkeit der Höherversicherung
Selbständige können freiwillig höhere Beiträge einzahlen, um ihre spätere Pension zu erhöhen.
Nachteile der SVS-Pension
✖ Oft geringere Pensionshöhe
Viele Selbständige zahlen aus Liquiditätsgründen nur die Mindestbeiträge ein. Das wirkt sich später deutlich auf die Pensionshöhe aus.
✖ Schwankende Einkommen
Unregelmäßige Gewinne führen zu schwankenden Beiträgen – und damit zu schwer planbarer Altersvorsorge.
✖ Keine Arbeitgeberbeteiligung
Anders als bei Angestellten trägt der Selbständige die Beiträge vollständig selbst.
✖ Hohe Eigenverantwortung
Wer sich nicht aktiv mit seiner Vorsorge beschäftigt, riskiert eine große Pensionslücke.
Beispiele aus der Praxis
Beispiel 1: Mindestbeiträge
Ein Selbständiger zahlt über viele Jahre nur die Mindestbeiträge ein. Er erhält später eine vergleichsweise niedrige Pension – oft deutlich unter dem letzten Einkommen. Eine zusätzliche private Vorsorge wäre hier essenziell.
Beispiel 2: Erfolgreiche Unternehmerin
Eine Unternehmerin mit gutem Einkommen entscheidet sich für höhere Beitragszahlungen und zusätzliche private Vorsorge. Ergebnis: Sie kombiniert staatliche Pension mit privater Absicherung und kann ihren Lebensstandard im Alter weitgehend halten.
Beispiel 3: Unterbrechungen im Berufsleben
Ein Selbständiger mit mehreren einkommensschwachen Jahren zahlt entsprechend weniger Beiträge ein. Diese Jahre wirken sich direkt auf die spätere Pension aus. Frühzeitige Planung hätte hier helfen können, gegenzusteuern.
Fazit: Die SVS ist eine Basis – aber selten ausreichend
Die gesetzliche Pension über die SVS bietet eine wichtige Grundabsicherung. Doch in vielen Fällen reicht sie nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu sichern.
Gerade für Selbständige ist es entscheidend, frühzeitig zu planen, regelmäßig das Pensionskonto zu prüfen und mögliche Lücken zu erkennen.



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