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Wo kann man die eigene Pension sehen?

12. Jan.
5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 4. Okt.

Viele Menschen fragen sich irgendwann:

„Wie viel Pension habe ich eigentlich schon erworben?“


Oder:

„Wo kann ich sehen, wie hoch meine staatliche Pension später ungefähr sein könnte?“


Die Antwort darauf findet man nicht auf der Gehaltsabrechnung und auch nicht einfach auf dem Kontoauszug.


Dafür gibt es in Österreich das Pensionskonto.


Und das Gute daran:

Sie können Ihren aktuellen Stand jederzeit online abrufen.



Das Pensionskonto – Ihr persönlicher Überblick


Das Pensionskonto ist das zentrale Instrument für die Berechnung der gesetzlichen Pension.


Dort werden unter anderem Ihre Versicherungszeiten, Beitragsgrundlagen und die daraus entstandenen jährlichen Teilgutschriften erfasst.


Für Personen, die ab dem 1. Jänner 1955 geboren sind und in Österreich pensionsversichert sind oder waren, besteht ein persönliches Pensionskonto.


Das bedeutet:

Sie müssen nicht bis kurz vor der Pension warten, um sich damit zu beschäftigen.


Sie können bereits während Ihres Berufslebens nachsehen, was bisher auf Ihrem Pensionskonto erfasst wurde.


Wo kann ich mein Pensionskonto abrufen?


Die einfachste Möglichkeit ist die Online-Abfrage.


Sie können Ihr persönliches Pensionskonto

  • mit der ID Austria

  • oder über FinanzOnline

abrufen. Die Abfrage ist jederzeit möglich und kostenlos.


Dort können Sie Ihren aktuellen Stand einsehen und sich auch eine Kontomitteilung ausgeben lassen.


Wenn Sie die Online-Abfrage nicht nutzen möchten, können Sie die Kontomitteilung auch beim zuständigen Pensionsversicherungsträger anfordern.


Was sehe ich auf dem Pensionskonto?


Das Pensionskonto enthält wesentlich mehr Informationen als nur eine einzelne Zahl.


Unter anderem finden Sie dort:

  • Ihre Versicherungszeiten

  • die jährlichen Beitragsgrundlagen

  • die jährlichen Teilgutschriften

  • die Gesamtgutschrift

  • gegebenenfalls die Kontoerstgutschrift


Die Gesamtgutschrift zeigt, welche Pensionsansprüche Sie bisher aufgebaut haben.


Gerade deshalb lohnt sich ein regelmäßiger Blick.


Denn das Pensionskonto zeigt Ihnen nicht nur, was Sie irgendwann bekommen könnten, sondern auch, welche Versicherungszeiten und Beitragsgrundlagen bisher erfasst wurden.


Was bedeutet „Gesamtgutschrift“?


Dieser Begriff klingt zunächst kompliziert.


Vereinfacht gesagt werden die jährlichen Teilgutschriften auf dem Pensionskonto gesammelt und entsprechend den gesetzlichen Regeln aufgewertet.


Die Gesamtgutschrift entspricht zum Pensionsstichtag grundsätzlich der jährlichen Bruttopension.


Teilt man diesen Betrag durch 14, ergibt sich daraus die monatliche Bruttopension – wobei je nach Pensionsantritt beispielsweise Abschläge oder Zuschläge zu berücksichtigen sind.


Wichtig:

Die Zahl auf dem Pensionskonto ist nicht automatisch der Betrag, den Sie später tatsächlich netto auf Ihr Konto bekommen.


Steuern und Krankenversicherungsbeiträge sind dabei noch nicht berücksichtigt.


Was ist die Kontoerstgutschrift?


Hier gibt es häufig Verwirrung.


Die Kontoerstgutschrift war die Überleitung in das neue Pensionskonto.


Für Personen, die ab 1955 geboren wurden und bereits vor dem 1. Jänner 2014 Versicherungszeiten erworben hatten, wurden die bis Ende 2013 erworbenen Ansprüche in Form einer Kontoerstgutschrift in das neue Pensionskonto übernommen.


Sie müssen also nicht jedes Jahr nach einer neuen „Kontoerstgutschrift“ suchen.

Heute wird das Pensionskonto laufend weitergeführt.


Für die später hinzukommenden Versicherungszeiten entstehen jährlich neue Teilgutschriften.


Gibt es eine jährliche Pensionsmitteilung?


Sie können eine Kontomitteilung über den Stand Ihres Pensionskontos erhalten.


Darin finden Sie unter anderem:

  • die Beitragsgrundlagen des letzten erfassten Kalenderjahres

  • die dafür angerechneten Beiträge

  • die Teilgutschrift

  • die bisher erworbene Gesamtgutschrift

  • die Kontoerstgutschrift, sofern vorhanden

  • einen Pensionswert unter bestimmten Annahmen


Die Kontomitteilung ist eine Information über den aktuellen Stand des Pensionskontos und keine verbindliche Pensionszusage.


Ein wichtiger Punkt: Sind alle Zeiten richtig erfasst?


Das ist eine Frage, die viele Menschen unterschätzen.


Vielleicht haben Sie:

  • mehrere Arbeitgeber gehabt,

  • Teilzeit gearbeitet,

  • Karenzzeiten gehabt,

  • Kinder erzogen,

  • selbstständig gearbeitet,

  • den Beruf gewechselt

  • oder Versicherungszeiten aus verschiedenen Bereichen gesammelt.


Dann lohnt es sich, die gespeicherten Daten genau anzusehen.


Denn nur wenn die entsprechenden Versicherungszeiten und Beitragsgrundlagen korrekt erfasst sind, kann das Pensionskonto Ihre persönliche Situation richtig abbilden.


Auch fehlende Versicherungszeiten können grundsätzlich nachgemeldet und im Pensionskonto berücksichtigt werden.


Was bedeutet das für Eltern?


Gerade für Eltern kann ein Blick auf das Pensionskonto interessant sein.

Kindererziehungszeiten können bei der Pension berücksichtigt werden. Deshalb sollte geprüft werden, ob die entsprechenden Zeiten im persönlichen Versicherungsverlauf richtig erfasst sind.


Das ist besonders interessant, wenn jemand wegen der Kinder längere Zeit nicht oder nur weniger gearbeitet hat.


Denn eine Veränderung des Erwerbslebens kann sich auch auf die spätere Pension auswirken.


Ein Beispiel aus dem Alltag


Sabine ist 45 Jahre alt.

Sie hat viele Jahre gearbeitet, war einige Jahre in Teilzeit und hat zwei Kinder.


Bisher hat sie sich kaum mit ihrer Pension beschäftigt.

Eines Tages ruft sie ihr Pensionskonto mit der ID Austria auf.


Sie sieht:

  • ihre bisherigen Versicherungszeiten,

  • die erfassten Beitragsgrundlagen,

  • ihre Teilgutschriften

  • und ihre bisherige Gesamtgutschrift.


Zum ersten Mal bekommt sie einen konkreten Überblick darüber, was sie bisher für ihre gesetzliche Pension aufgebaut hat.


Und genau das ist der wichtige erste Schritt.


Denn erst wenn man den aktuellen Stand kennt, kann man sich die nächste Frage stellen:

„Wird das später für meinen gewünschten Lebensstandard ausreichen?“


Die wichtigste Frage ist nicht nur: Wie viel bekomme ich?


Das Pensionskonto zeigt Ihnen Ihren aktuellen Stand.


Aber es beantwortet nicht automatisch jede Frage über Ihre finanzielle Situation im Alter.


Vielleicht stellen Sie fest:

„Meine gesetzliche Pension wird wahrscheinlich ausreichen.“


Vielleicht sagen Sie aber auch:

„Damit kann ich meinen heutigen Lebensstandard später nicht halten.“


Das hängt natürlich von vielen Faktoren ab:

  • Ihrem Einkommen

  • Ihren Versicherungszeiten

  • Ihrem Pensionsantritt

  • Ihrer weiteren Erwerbstätigkeit

  • Ihrer persönlichen Lebenssituation

  • und Ihren Vorstellungen für den Ruhestand


Die Pensionsversicherung weist ebenfalls darauf hin, dass grundsätzlich höhere Beitragsgrundlagen und längere Versicherungszeiten zu einer höheren späteren Pension führen.


Gesetzliche Pension und private Vorsorge


Die gesetzliche Pension ist die wichtigste Grundlage der Altersvorsorge.


Trotzdem kann es sinnvoll sein, sich frühzeitig mit der Frage zu beschäftigen:

„Welche finanzielle Situation wünsche ich mir im Ruhestand?“


Wenn die gesetzliche Pension voraussichtlich nicht ausreicht, um die eigenen Wünsche und den gewünschten Lebensstandard zu finanzieren, kann zusätzliche private Vorsorge eine Möglichkeit sein.


Welche Form dafür sinnvoll ist, hängt von der persönlichen Situation, dem Alter, dem verfügbaren Budget und dem gewünschten Ziel ab.


Deshalb sollte private Vorsorge nicht mit einem Standardprodukt beginnen.


Sie sollte mit einer einfachen Frage beginnen:

„Wie groß könnte meine persönliche Pensionslücke sein?“


Mein Tipp: Schauen Sie regelmäßig in Ihr Pensionskonto


Sie müssen nicht jeden Monat nachsehen.


Aber es ist sinnvoll, sich beispielsweise bei wichtigen Veränderungen im Berufsleben damit zu beschäftigen.


Zum Beispiel:

  • bei einem Arbeitgeberwechsel

  • beim Wechsel in die Selbstständigkeit

  • nach längeren Teilzeitphasen

  • nach Kindererziehungszeiten

  • bei längeren Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit

  • oder einfach dann, wenn Sie wissen möchten, wo Sie derzeit stehen.


Das Pensionskonto kann jederzeit online abgefragt werden.


Schritt für Schritt: So kommen Sie zu Ihrem Pensionskonto


1. Öffnen Sie das Online-Service für das Pensionskonto.

2. Melden Sie sich mit Ihrer ID Austria oder über FinanzOnline an.

3. Sehen Sie sich Ihre Versicherungszeiten und Gutschriften an.

4. Prüfen Sie, ob die gespeicherten Zeiten zu Ihrem bisherigen Berufsleben passen.

5. Schauen Sie sich Ihre Gesamtgutschrift an.

6. Nutzen Sie bei Bedarf den Pensionskontorechner für weitere Berechnungen und Szenarien.


Die elektronische Abfrage ist jederzeit möglich und kostenlos.


Fazit: Erst den aktuellen Stand kennen, dann planen


Viele Menschen beschäftigen sich erst kurz vor der Pension mit ihrer finanziellen Situation.


Dabei kann man bereits viele Jahre vorher sehen, was man bisher im gesetzlichen Pensionssystem aufgebaut hat.


Das Pensionskonto ist dafür die wichtigste Informationsquelle.


Sie können dort Ihre Versicherungszeiten, Beitragsgrundlagen, Teilgutschriften und Gesamtgutschrift einsehen.


Und dann kommt die eigentlich interessante Frage:

Reicht das voraussichtlich für mein Leben im Ruhestand?


Wenn Sie diese Frage früh stellen, haben Sie auch noch Zeit, Ihre persönliche Vorsorge zu planen.


Möchten Sie Ihre Pensionssituation einmal genauer betrachten?


Gerne schaue ich mit Ihnen gemeinsam auf Ihre bestehende Absicherung und bespreche, welche Möglichkeiten es gibt, eine mögliche Pensionslücke langfristig zu berücksichtigen.


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